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Programm

Die ersten Jahre der jungen Republik waren in Leipzig alles andere als ruhig. Einerseits brachte der neue Staat viele Chancen und nach dem Krieg herrschte Lebenslust. Aber die Zukunft stellten sich Kommunisten, Demokraten oder Völkische komplett verschieden vor. Immer wieder kam es auch in Leipzig zu Streiks und blutigen Kämpfen bis hin zum Kapp-Putsch. Für viele war der Alltag begleitet von Geldsorgen, denn die Preise stiegen ständig. Ein Vortrag über Fakten, Mythen und Meinungen der Revolutionsjahre.

Eintritt: frei

Das Quartett bietet passend zum Thema Revolution eine exklusive Auswahl von entsprechenden Songs, welche die Pariser Commune, das Jahr 1848 und natürlich die Zeit um 1918 umfassen. Musikalisch interpretieren die Musikanten ihre Lieder in der Tradition der Bänkelsänger*innen, überschreiten dabei manchmal auch deren Grenzen und freuen sich, dass Max Hölz wieder da ist. »Unser Sieg ist nah. Max Hölz ist wieder da. Er hält die rote Fahne hoch. Und schwingt sie hurra!« Neben diesem Stück von Erich Mühsam präsentieren die vier Barden auch Lieder mit Texten von Hoffmann von Fallersleben, Ferdinand Freiligrath, Bert Brecht, Erich Weinert, Hermann Claudius und anderen, zum Teil unbekannten Verfassern. Das extra für diesen Abend zusammengesetzte Ensemble besteht aus:Jens Paul Wollenberg, Jürgen B. Wolff, Dieter Beckert und Valerie Funkner.

Eintritt: VVK: 12,50 / 8,50 zzgl. Gebühren

Die Kuratoren geben eine öffentliche Führung durch die Ausstellung.

Eintritt: frei

1918 – Eine Revolution. In Deutschland. Und erfolgreich. Im November beendeten die Revolutionär*innen den Weltkrieg, verjagten den Kaiser, stürzten das System, erkämpften die Demokratie und das Frauenwahlrecht. Sie entwickelten zahlreiche gesellschaftliche Alternativen und Utopien. Doch die Revolution wurde verraten, brutal erstickt und hundert Jahre später ist sie fast vollständig vergessen. Selbst im Jubiläumsjahr wird ein mögliches Gedenken von den Jahrestagen Karl Marx‘ und der 68er Bewegung überlagert. Das nö theater nimmt den Karabiner in die Hand, wendet sich diesem blinden Fleck der Geschichte zu, sucht nach Ursachen, offenen Wunden und versucht in einem flammenden Plädoyer die Revolution dem Vergessen zu entreißen. Ein dokumentarisches Theaterstück über eine Geschichte zwischen zwei Weltkriegen, die sanft beginnt und mit Blut überzogen wird.

Eintritt: VVK: 10,00 / 6,00 zzgl. Gebühren

Die Kuratoren geben eine öffentliche Führung durch die Ausstellung.

Eintritt: frei

Mit ihrem 2017 erschienen Buch »Beziehungsweise Revolution - 1917, 1968 und kommende« hat die Autorin und Künstlerin Bini Adamczak eine ebenso materialreiche wie erhellende Analyse der Russischen Revolution und der emanzipatorischen Kämpfe der 68er vorgelegt. Aus dem Vergleich beider Ereignisse zieht sie inspirierende Schlüsse für eine Neufassung emanzipatorischer Politik. Denn während sich die Russische Revolution von 1917 auf die Übernahme des Staats konzentrierte, zielten die 1968er allzu sehr auf das einzelne Individuum und seine Selbstverwirklichung. Entscheidend sei es jedoch, die »Beziehungsweisen« zwischen den Menschen in den Blick zu nehmen. So tritt ein Begehren zutage, das nach wie vor seiner Realisierung harrt: das Begehren nach gesellschaftlichen Beziehungsweisen der Solidarität.

Online-Vortrag. Der Link wird veröffentlicht über naTo-Website.

Eintritt: frei

Die Novemberrevolution 1918 hat es gerade so ins landläufige Geschichtsbild geschafft, zumindest unter Linken geht sie noch bis Januar 1919 weiter. Der Höhepunkt der revolutionären Bewegung im Februar und März 1919 ist hingegen unter den diversen historischen Siegererzählungen fast verschwunden, was auch die Rückschau auf die weiteren Massenstreiks, Sozialisierungen und Erhebungen bis 1923 sowie die Folgegeschichte prägt. So ist das wichtigste revolutionäre Vorbild in der deutschen Geschichtegenau deshalb fast vergessen, weil es in so hohem Maß selbstorganisiert war und sich weder für Vereinnahmung noch als Schreckbild anbietet. Gleichermaßen in Vergessenheit geraten sind die Konsequenzen: Sowohl der Aufstieg des Nationalsozialismus als auch sein konkretes Erscheinungsbild erscheinen ohne diese Vorgeschichte kaum begreiflich. Daniel Kulla schlägt vor, die revolutionären 100. Jahrestage 2018-2023 dazu zu nutzen, diese Geschichte so sichtbar wie möglich zu machen und legt hierbei den Fokus auf den im November 1918 erstmals ausgerufenen Freistaat Sachsen –in der Revolution und den spannungsgeladenen Folgejahren.

Eintritt: frei

Ein flammendes Plädoyer dafür, die verpasste soziale Revolution zwischen Kieler Matrosenaufständen und Weimarer Republik dem Vergessen zu entreißen! 100 Jahre nach dem November 1918 spricht man nur noch vom »Kriegsende«, vom »Zusammenbruch des Kaiserreichs«. Dabei war die Novemberrevolution tatsächlich ein Aufbruch, ein Aufbäumen gegen die herrschenden Klassen. Matrosen, Soldaten und Arbeiter waren noch bewaffnet – und sie hatten genug von den alten Eliten, sie wollten das allgemeine Wahlrecht, die Sozialisierung, die Zerschlagung des Militarismus und die Revolution – ein für alle Mal, jetzt oder nie! Klaus Gietinger ruft in Erinnerung, wie die Führung der SPD und der Gewerkschaften den Krieg hingegen bis zum Schluss unterstützten und die Ordnung durch ein Bündnis mit den Militärs aufrechterhalten wollten. Diese unversöhnliche Spaltung der Arbeiterbewegung aber hat der Novemberrevolution den Todesstoß versetzt. Das Ergebnis waren auf Rache sinnende Herrschende in Wirtschaft, Verwaltung und Militär, die den verlorenen Krieg ihren zeitweiligen Verbündeten in den Arbeiterbürokratien geschickt anlasteten und auf eine Diktatur mit neuerlichem Weltmachtsstreben und Krieg hinsteuerten. Dabei war der Kapitalismus auch international nie so gefährdet wie im November 1918. In zahlreichen europäischen Staaten begehrten die Massen auf. Wäre es in Deutschland gelungen, Basisdemokratie und echte Rätemacht zu verwirklichen, hätte die russische Oktoberrevolution eine Chance auf Humanisierung gehabt, und das 20. Jahrhundert hätte ganz anders verlaufen können.

Eintritt: frei

Der 1973 erschienene DEFA-Spielfilm erinnert an den legendären deutschen Kommunisten Max Hoelz. Verfasst unter dem Eindruck der Studentenunruhen von 1968 lag das Drehbuch von Günter Reisch und Günther Rücker bei der DEFA fünf Jahre auf Eis, denn an die außerparlamentarischen bzw. anarchistischen Traditionen innerhalb der deutschen Arbeiter*innenbewegung zu erinnern, erschien in der DDR lange Zeit nicht opportun. Als sie dann durften, näherten sich Reisch und Rücker der historischen Figur auf eine romantische, poetische Weise. Es ist die unglaubliche Geschichte eines Sozialrebellen in der Tradition von Robin Hood, der die Reichen beraubt, um den Armen zu geben und der Propaganda der Tat mehr Vertrauen schenkt als der langwierigen Parteiarbeit seines Kriegskameraden Ludwig. Doch Wolz' Tatendrang hat seinen Preis, wird er doch festgenommen und zur lebenslangen Haft verurteilt. Die Genoss*innen kämpfen unermüdlich für seine Freilassung, die schließlich zur Entlassung des libertären Kommunisten führt. Er verlässt Deutschland, um einen Platz zu suchen, wo Sozialrevolutionäre wie er gebraucht werden. Der Film erzählt nicht nur das aufregende Leben von Max Hoelz in fiktionalisierter Form, es ist auch ein Film über die Kontroversen zwischen Marxismus und Anarchismus, jugendlichem Tatendrang und politischer Parteiarbeit.

Es folgt ein Filmgespräch mit dem Schriftsteller und Max Hoelz-Biografen Norbert Marohn über die Parallelen und Unterschiede zwischen der Filmfigur Wolz und seinem historischen Vorbild Hoelz – einen der sagenumwobensten und doch vergessenen deutschen Kommunist*innen der 20er Jahre.

Eintritt: VVK: 6,00 / 4,00 zzgl. Gebühren